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Ich habe mich mal mit TikTok beschäftigt. 🙋‍♀️

Was ist TikTok?

Das Netzwerk entstand aus dem Zusammenschluss zweier vorab bekannter Apps: Douyin und Musical.ly. Es basiert auf den gleichen Funktionen, die auf diesen Plattformen bereits beliebt waren. In erster Linie ist es eine Social Media App, mit der User kurze Videoausschnitte zwischen 15 und 60 Sekunden erstellen und ansehen können, die häufig von Musik begleitet werden.

In der Zeit seit ihrer Einführung hat die App allein in Deutschland mehr als 10,7 Millionen aktive Nutzer gewonnen. Sowohl in den Google Play Store- als auch in den Apple App Store-Charts ist sie stets an der Spitze geblieben – mit über 6 Milliarden Downloads weltweit.

Welche Inhalte bietet die Plattform?

Es gibt vor allen Dingen Videos zu fast allen Interessen: von DIY Tricks und Make-up-Tutorials bis hin zu Spielen und Sport. Menschen lassen hier ihrer Fantasie freien Lauf, da es nicht wirklich einen „richtigen“ oder „falschen“ Inhaltstyp gibt. Die App wird auch genutzt, um neue Fähigkeiten oder das Spielen eines Instruments zu erlernen oder sich mit Personen zu verbinden, mit denen man ein gemeinsames Interesse hat.

Die App zeichnet sich durch Einfachheit aus, mit der User ihre kurzen Videos bearbeiten und so einprägsam wie möglich gestalten können. Obwohl die meisten Inhalte positiv und lustig sind, nutzen einige die Plattform auch, um ihre Meinung zu aktuellen Ereignissen wie zur #BlackLivesMatter-Kampagne und zur COVID-19-Pandemie zu reagieren. Da hier wirklich jeder seine Ansichten frei äußern kann, besteht die Gefahr der Verbreitung von Falschinformationen.

Das Netzwerk verfügt jedoch über eine Reihe von Community-Richtlinien, denen alle Inhalte entsprechen müssen und die beispielsweise gewalttätige, rassistische, extremistische oder sexuell explizite Inhalte auf der Plattform verbieten.

Datenschutz und Privatsphäre

Im Gegensatz zu den meisten Mitbewerbern verlangt die App nicht, dass der Benutzer sein Profil mit Informationen füttert: Er erhält eine Benutzernummer, aber ob er einen Namen, ein Profilbild oder andere persönliche Informationen hinzufügt, ist seine Wahl. Gerade im Hinblick auf Privatsphäre und Datenschutz ist das ein begrüßenswertes Vorgehen. Gleichzeitig birgt das auch die Gefahr von grenzenlosem und anonymen Cybermobbing, da sich mobbende User nicht konkret identifizieren lassen.

Abhängig von ihrem Alter und der Einrichtung der App können Nutzer ihre Videos für ihre Follower-Basis und / oder die ganze Community freigeben – und ihre Inhalte sogar auf anderen Plattformen wie Instagram oder YouTube erneut veröffentlichen.

Welche Risiken birgt das soziale Netzwerk?

 

Datensammlung

TikTok stand bereits wegen Erhebung von Daten von Kindern unter 13 Jahren in der Kritik. Dies führte zu einer Rekordstrafe der US-amerikanischen Federal Trade Commission (FTC). Daraus resultierte, dass Nutzer nicht mehr viele persönliche Informationen angeben müssen, um der App beizutreten. Es empfiehlt sich jedoch, die Datenmenge, die das Kind in der App speichert, zu minimieren und personalisierte Anzeigen zu deaktivieren.

Cybergrooming und Cybermobbing

Die sozialen Medien leben davon, dass sich User untereinander verbinden, austauschen und sich kennenlernen. Allerdings machte das Netzwerk gerade in Bezug auf seine junge Zielgruppe bereits Negativschlagzeilen: Sexuell motivierte Nachrichten, die über die Plattform an Kinder und Jugendliche gesendet wurden, wurden nicht von der Plattform entfernt.

In seinen Richtlinien konstatiert das Netzwerk in einem Abschnitt den Schutz Minderjähriger: “Wir sind besonders bemüht, den Schutz von Minderjährigen zu gewährleisten.“, heißt es. Auch jegliche sexuell motivierte Kommunikation ist verboten. Insbesondere Cybergrooming wird in den Richtlinien angesprochen. Cybergrooming bezeichnet die spezifische Kontaktaufnahme von Erwachsenen zu Kindern und Jugendlichen über soziale Plattformen oder Chats als gezielte Vorbereitung sexuellen Missbrauchs.

Um weiteren Schutz zu gewährleisten, hat das Netzwerk eine Funktion eingeführt, die unter 16-Jährigen das Senden und Empfangen privater Nachrichten technisch versagt. Eine tatsächliche Sicherheit ist das allerdings nicht, da keine Altersüberprüfung stattfindet. Wichtig ist daher, mit den Kindern die App einzurichten und bei solchen Vorfällen sichere Ansprechperson zu sein.

Das gleiche gilt im Fall von Cybermobbing: Dabei wird insbesondere von anderen Kindern und Jugendlichen Druck ausgeübt, beleidigt und ausgegrenzt. Das kann so weit führen, dass unangemessene Bilder und Videos vom Kind öffentlich gepostet werden – diese Handlungen von Cybermobbing können und müssen zur Anzeige gebracht werden.

Gefährliche Challenge

Zu viralen Hits gehören die sogenannten Challenges. Zu einem bestimmten Hashtag werden andere User herausgefordert, etwas zu tun. Das kann bei Gesangs-Challenges anfangen, aber auch ein gefährliches Maß erreichen. Besonders bekannt geworden ist eine Challenge unter dem Hashtag #Skullbreaker, bei der Jugendliche anderen die Beine weggezogen haben. Diese Popularität führte dazu, dass sich viele junge Leute lebensgefährlich verletzt haben.

Wie kann die App für Kinder sicher werden?

Die Plattform bietet seinen Benutzern eine Reihe von Maßnahmen, um sie für junge Menschen sicherer zu machen. Diese Kontrollen wurden insbesondere aufgrund medialer Kritik stark verschärft. Obwohl es wichtig ist zu bedenken, dass auch Einstellungen das Risiko nicht ausschließen, können sie ein guter erster Schritt sein.

Private Konten

Eines der Hauptprobleme der Eltern in Bezug auf soziale Medien ist, dass ihr Kind möglicherweise von dubiosen bis hin zu gefährlichen Fremden kontaktiert wird. Im Januar 2021 hat die Plattform ihre Datenschutzeinstellungen aktualisiert, sodass Konten für Kinder unter 16 Jahren standardmäßig auf privat gesetzt sind. Dies bedeutet, dass andere User nur mit vorheriger Freischaltung die Inhalte des Kindes sehen und mit ihm interagieren oder ihn kontaktieren können.

Wenn das Kind die Standardeinstellung geändert hat, können sie wie folgt auf privat gesetzt werden:

    • Gehe in der App auf das Profil deines Kindes und tippe auf das Dreipunktmenü in der oberen rechten Ecke des Bildschirms.
    • Wähle im Menü „Privatsphäre und Einstellungen“ die Option „Datenschutz und Sicherheit“.
    • Schalte den Schieberegler „Privates Konto“ oben auf der Seite um.

Unangemessene Inhalte herausfiltern

Inhalte, die die Community-Richtlinien nicht einhalten, werden von der Plattform kontinuierlich gelöscht. Wer jedoch das Risiko, über unangemessene Videos zu stolpern, weiter minimieren möchte, sollte den eingeschränkten Modus zu aktivieren.

Und so gehts:

    • Gehe in der App auf das Profil deines Kindes und tippe auf das Dreipunktmenü in der oberen rechten Ecke des Bildschirms.
    • Wähle weiter unten im Menü „Privatsphäre Einstellungen“ die Option „Digital Wellbeing“.
    • Geh auf die Seite für „Eingeschränkter Modus“ und tippe auf „Eingeschränkten Modus aktivieren“.
    • Du wirst dann aufgefordert, ein Kennwort festzulegen, um den eingeschränkten Modus wieder deaktivieren zu können.

Bildschirmzeit verwalten

Untersuchungen haben ergeben, dass eine moderate Bildschirmzeit pro Tag für Ihr Kind sehr vorteilhaft sein kann. Dies bedeutet jedoch nicht, dass keine Grenzwerte festgelegt werden können. Die App bietet eine Funktion zur Verwaltung der Bildschirmzeit, mit der der User ein benutzerdefiniertes Tageskontingent erhält. Anschließend muss er ein Kennwort eingeben, um fortzufahren.

 

    • Gehe in der App auf das Profil deines Kindesund tippe auf das Dreipunktmenü in der oberen rechten Ecke des Bildschirms.
    • Wähle im Menü „Allgemein“ die Option „Digital Wellbeing“.
    • Gehe auf die Seite für „Bildschirmzeit-Management“ und tippe auf „Bildschirmzeit-Management aktivieren“.
    • Du wirst dann aufgefordert, ein Kennwort festzulegen, das du eingeben musst, um es wieder zu deaktivieren. Wenn du „Eingeschränkter Modus“ bereits aktiviert hast, ist dies das gleiche Passwort.

Wie kann ich meinem Kind helfen, mit TikTok sicherer zu sein?

Die Nutzung sozialer Medien kann für junge Menschen eine bereichernde Aktivität sein und ist häufig die beliebteste Möglichkeit, mit ihrem sozialen Umfeld in Kontakt zu bleiben. Obwohl das Social Network seine Bemühungen um die Sicherheit junger Menschen erheblich verstärkt hat, ist es wichtig, weiterhin mit dem Kind in Kommunikation zu gehen und ihm die Risiken bewusst zu machen.

 

    1. Erinnere dein Kind zunächst daran, darauf zu achten, was es teilt und mit wem es Inhalte teilt. Wenn sie sich für ein offenes Profil entscheiden, müssen sie verstehen, was das bedeutet – jeder kann sehen, was sie posten. Die Videoplattform verfügt auch über eine Funktion, mit der andere Benutzer ihre Videos speichern können. Diese Funktion ist jedoch nicht mehr für Inhalte verfügbar, die von unter 16-Jährigen gepostet wurden. Ältere Benutzer können diese Option deaktivieren, indem sie zu den Datenschutz- und Sicherheitsoptionen wechseln und „Herunterladen deiner Videos zulassen“ deaktivieren.
    2. Geht die Einstellungen gemeinsam durch, damit beide Seiten ihre Ansichten darüber teilen können, was angepasst werden soll.
    3. Soziale Medien können eine Quelle für Fehlinformationen und Betrug sein. Ermutige dein Kind daher, kritisch über die Dinge nachzudenken, die es in seinem Feed sieht. Wenn etwas zu gut scheint, um wahr zu sein, ist es das wahrscheinlich auch.
    4. Es mag offensichtlich erscheinen, aber versichere deinem Kind, dass es immer deine Unterstützung hat, wenn sich Fragen oder unangenehme Erfahrungen mit der App ergeben.
    5. Stelle sicher, dass dein Kind weiß, wie es Videos oder Benutzer meldet, wenn es auf unangemessene Inhalte stößt, und wie es andere User blockiert. Dann sollte einer überwiegend unbeschwerten Nutzung der Social Media App nichts mehr im Weg stehen.

Quellen:
Tiktoks Community-Richtlinien:
www.tiktok.com/community-guidelines?lang=de

Cybergrooming:
beauftragter-missbrauch.de/praevention/sexuelle-gewalt-mittels-digitaler-medien/cybergrooming