Hören Sie auf sich selbst im Weg zu stehen

Menschen mit einem geringen Selbstwertgefühl fühlen sich unsicher, werden von Versagensängsten begleitet und kritisieren kontinuierlich ihr eigenes Verhalten und ihre Fähigkeiten. Sie streben nach Anerkennung und Wertschätzung und verlieren dabei ihre eigenen Bedürfnisse und Charakterstärken vollständig aus dem Blick. Wodurch diese Gefühle erzeugt werden und welche Maßnahmen Sie ergreifen können, erfahren Sie in diesem Artikel.

Die Ursachen für ein geringes Selbstwertgefühl
Die Ursachen liegen meist in der Kindheit. Glaubenssätze, häufige Kritik der Eltern und Traumata können im späteren Leben ein geringes Selbstwertgefühl zur Folge haben. Schauen wir uns diese Punkte noch einmal genauer an:

  • Glaubenssätze
  • Kritik
  • Traumata
  • Status und Ansehen

Glaubenssätze

Negative Glaubenssätze kennen wir alle, weil wir diese selber schon oft genug gehört und uns selber damit bekräftigt haben. Diese kommen in Form von Sätzen wie „Dafür brauchst du das Abitur, sonst schaffst du es nicht,“ oder „du bist zu dick dazu,“ immer wieder zum Vorschein. Besonders auf unsere Kleinsten haben diese Aussagen eine besondere Macht, denn Eltern sind in ihren Augen allmächtig, unfehlbar und vollkommen. Aus diesem Grund werden diese Behauptungen auch ohne Reflexion angenommen und verinnerlicht. Aber genau diese Glaubenssätze sind es, die den Nachwuchs in der Kindheit im Weg stehen und ihn daran hindern bestimmte Leidenschaften nachzugehen, einen Beruf zu ergreifen oder Freizeitbeschäftigungen auszuüben.

 

 

Kritik

Kritik ist wichtig, denn dadurch lernen unsere Nachkommen wo ihre Fehler liegen und wie sie sich weiterentwickeln können. Werden sie in ihrer Kindheit aber zu viel kritisiert, kann das Selbstwertgefühl darunter leiden. Damit ein Kind angstfrei durchs Leben geht, gehören Erfolgserlebnisse zum Leben dazu. Als Eltern müssen wir auch kleinere Leistungen anerkennen und diese entsprechend honorieren. Sie dürfen nicht das Gefühl haben, dass ihnen nur dann Wertschätzung und Liebe entgegengebracht wird, wenn sie die Leistungen erbringen, die von ihnen erwartet werden.

 

Traumata

Und schließlich gehören noch Traumata zu den Ursachen. Hat ein Kind sehr früh ein Elternteil oder eine andere geliebte Person verloren, können dadurch Traumata entstehen. Das ist sozusagen ein Schutzmechanismus des Körpers, der verhindert, dass Betroffene bestimmte schmerzhafte Emotionen erleben. Wurde eine Trennung oder der Tod eines geliebten Menschen nicht verarbeitet, werden im Unterbewusstsein unsichtbare Schranken aufgebaut. Diese Schranken verhindern, dass sich die Person mit der Situation auseinandersetzt. Ängste (wie Verlustängste, Eifersucht) sind die Folge.

 

Status und Ansehen

Mein Haus, mein Auto, mein Boot. Gerade Eltern, die vor Selbstvertrauen nur so strotzen, haben oft Kinder oder Jugendliche mit einem ausgesprochen niedrigen Selbstvertrauen. Denn auch ein Zuviel ist nicht gesund und macht unsympathisch. Wir kennen solche Personen alle: Sie erscheinen uns in perfekten Familien, mit tadellosen Kindern und großem Ansehen. Sie üben Jobs aus, die uns vor Neid erblassen lassen und führen ein unfehlbares Familienleben. Selbst Personen mit einem gesunden Selbstwertgefühl fühlen sich klein in Gegenwart solcher Personen. Wenn wir uns allerdings bereits so fühlen, wie mag das für Kinder sein, die auf diese Weise erzogen werden? Wir sind nun einmal keine Roboter, sondern menschliche Wesen, die auch einmal Fehler begehen. Für Eltern ist es wichtig, diese auch vor den Kindern und den Jugendlichen einmal zuzugeben. Den Jugendlichen wird dadurch das Gefühl vermittelt, dass es in Ordnung ist, Fehler zu begehen ohne, dass sich an der Liebe und Zuneigung der Eltern etwas ändert.

 

 

Die Folgen, wenn Sie nicht handeln

Erwachsene, die ein geringes Selbstvertrauen haben, streben nach Anerkennung und Wertschätzung. Die Meinung der anderen spielt für sie eine wesentlich größere Rolle als ihre eigenen Überzeugungen. Hinzu kommt, dass sie das Verhalten von anderen Menschen automatisch auf sich beziehen. Wenn der Kollege schlechte Laune hat und der Vorgesetzte die Arbeit nicht honoriert, beziehen das Betroffene automatisch auf sich und ihr persönliches Verhalten.

Im Beruf sind sie unsicher und zweifeln ihre Fähigkeiten an. Meist ergreifen sie einen Beruf, der weit unter ihren eigentlichen Möglichkeiten liegt. Hinzu kommt, dass sie durch ihr unsicheres und kritisches Verhalten keine größeren Karriereoptionen ergeben. In der Folge bleiben ihnen echte Herausforderungen verwehrt, während Kollegen an ihnen vorbeiziehen.

Innerlich hegen sie vielleicht den Traum, sich selbstständig zu machen und erfolgreich zu sein. Leider bleibt es oft bei diesem Traum, weil negative Glaubenssätze sie davon abhalten, diesen Traum auch zu verwirklichen.

Betroffene haben einen großen Drang nach Anerkennung und Wertschätzung. Die Bedürfnisse der Umwelt werden über die eigenen gestellt. Aus Angst vor Ablehnung stehen diese Erwachsenen nicht wirklich zu ihren Werten, Überzeugungen und Visionen. Auch mit Kritik können sie nicht sonderlich gut umgehen, weil sie diese als Angriff auf ihre Persönlichkeit werten.

Kommt es zu persönlichen Schicksalsschlägen wie einer Trennung oder der Verlust eines Jobs, steigern sie sich in diese Situationen hinein. Diese Umstände werten sie als ein Beweis für ihre unzureichenden Fähigkeiten.

 

 

Wie erreichen Sie mehr Selbstbewusstsein?

  • Glaubenssätze verabschieden
  • Innere Blockaden lösen
  • Schicksalsschläge – eine Chance?
  • Ändern Sie die Blickrichtung
  • Zeigen Sie Persönlichkeit
  • Angstfrei durch Meditation

 

Glaubenssätze verabschieden

Wir hatten es bereits weiter oben angesprochen: Negative Glaubenssätze können sich derart in das Unterbewusstsein fressen, dass Sie dadurch daran gehindert werden, Ihre Leidenschaften auszuleben. Hier hilft es, bestimmte Glaubenssätze einfach einmal zu entkräften.

Nehmen wir uns einmal den Glaubenssatz „Das schaffst du nicht. Du hast kein Abitur“ vor. Wussten Sie, dass Albert Einstein keine Allgemeine Hochschulreife hatte und trotzdem zu einem der genialsten und bekanntesten Physiker aller Zeiten wurde? Folglich ist ein Abitur nicht notwendig, um erfolgreich zu sein.

„Du hast kein Studium, du kannst dich nicht selbstständig machen.“ Noch so ein Glaubenssatz, der kreative Denker davon abhält ein erfolgreiches Business aufzubauen. Ist Ihnen bekannt, dass die erfolgreichsten Unternehmen von Personen gegründet wurden, die kein Studium vorzuweisen hatten?

 

Lösen Sie innere Blockaden

Was sind innere Blockaden eigentlich? Stellen Sie sich das so vor: Sie stehen mit Ihrem Auto auf der Straße und wollen Gas geben und das Auto rührt sich nicht. Danach stellen Sie fest, dass die Handbremse den Vorgang blockiert. Mit inneren Blockaden verhält es sich wie mit der Handbremse – sie werden wie von unsichtbarer Kraft an Ihren Tätigkeiten, Herausforderungen und Leidenschaften gehindert.

Diese Blockaden zu lösen bedarf viel Übung. Versuchen Sie die Ursache für bestimmte Gedanken und Gefühle ausfindig zu machen und durchbrechen Sie diese Emotionen. Ersetzen Sie diese durch positives Denken und Setzen Sie sich aktiv mit der Situation auseinander. Versuchen Sie diese Situation aber nicht nach alten Mustern zu bewerten, sondern bilden Sie neue, positive Assoziationen.

 

Schicksalsschläge – eine Chance?

Ich benutze hierfür gerne das Zitat: „Mit etwas Geschick kann man sich aus den Steinen, die einem in den Weg gelegt werden, eine Treppe bauen.“ (Lemke).

Ihr Freund hat Sie verlassen oder Sie haben den Job verloren? Okay, davon geht die Welt auch nicht unter. Gehen Sie doch einmal in sich und überlegen Sie, ob Sie wirklich glücklich im Job waren? Sind Sie noch gerne in die Arbeit gekommen oder haben Sie Ihr wahres Potenzial gar nicht entfalten können? Sehen Sie diese Kündigung als Chance, einen Job zu ergreifen, der Ihren Fähigkeiten entspricht und eine Bereicherung für Sie und das Unternehmen darstellt. Auch wenn die Beziehung beendet wurde, sollten Sie sich diese Fragen stellen.

 

Ändern Sie Ihre Blickrichtung

Ihr Vorgesetzter hat heute Ihre Leistungen nicht anerkannt und Ihr Kollege hat Sie mit Missachtung und Kritik bestraft? Das muss nicht zwangsläufig etwas mit Ihnen und Ihrer Persönlichkeit zu tun haben. Vielleicht gab es heute Morgen am Frühstückstisch einen Streit mit der Ehefrau? Oder familiäre und finanzielle Belastungen bestimmen den Alltag Ihres Kollegen? Nicht jede Bemerkung oder jedes Verhalten von außen hat automatisch etwas mit uns zu tun.

Manchmal hilft es, die Perspektive eines Außenstehenden einzunehmen. Würden Sie auch so hart ins Gericht mit sich selber gehen, wenn Sie Ihr bester Freund wären? Würden Sie sich auch dann so runterputzen? Wahrscheinlich nicht. Nehmen Sie diese Perspektive in solchen Situationen öfters ein, damit bekommen Sie ein wesentlich realistischeres Bild von der gesamten Situation.

Zeigen Sie Ihre menschliche Seite
Ihre Persönlichkeit wird durch Werte, Überzeugungen, Potenziale und Erfahrungen hervorgerufen. Verstecken Sie diese Aspekte Ihrer einzigartigen Persönlichkeit, führen Sie das Leben eines anderen und nicht Ihr Leben. Sie können es nicht allen immer Recht machen und mit jedem einer Meinung zu sein, – aber es ist wichtig, dass verschiedene Erfahrungen und Überzeugungen aufeinandertreffen. Nur dadurch können wir dazulernen und uns weiterentwickeln. Sicher kommt es hin und wieder einmal vor, dass Sie Rückschläge hinnehmen müssen, aber diese sollten nicht negativ bewertet werden.

Angstfrei durch Meditation
Meditation hat nicht nur einen Entspannungseffekt, sondern kann Ihnen auch dabei behilflich sein, in Zukunft angstfrei unangenehme Situationen zu meistern. Durch bestimmte Meditationstechniken werden Sie sich Ihrer Fähigkeiten bewusst – Erkenntnisse, die sie benutzen können, um Ihr Selbstbewusstsein wieder aufzubauen.

 

Fazit:

Das Selbstwertgefühl wird vielen Erwachsenen in die Wiege gelegt, aber es wird auch maßgeblich durch die Erziehung beeinflusst. Leiden Sie selber unter wenig Selbstvertrauen, müssen Sie sich mit diesem Schicksal nicht abfinden. Meditationstechniken, eine Änderung der Perspektive und die richtige Einstellung können Ihnen dabei behilflich sein, Ihre Potenziale auch auszuleben. Viele Menschen, die ein schwaches Selbstvertrauen haben, neigen im späteren Leben zu Depressionen. Doch so weit muss es nicht kommen, – ergreifen Sie die Initiative und starten Sie in ein angstfreies und glückliches Leben.